
Das Projekt „Ersatz der Levensauer Hochbrücke“ befindet sich in der Projektphase „Hauptuntersuchung.
Im Rahmen der Voruntersuchung wurde eine Lösung mittels Ersatzneubau zwischen den vorhandenen Brücken Levensau alt und B76 aus Gründen der Minimierung von Sperrzeiten für die Bahnstrecke über die Levensauer Hochbrücke entwickelt. Diese Variante umfasst ein komplett neues Brückenbauwerk von ca. 400 m Länge sowie neuen Dämmen mit einer Länge von rund 1.700 m.
Im Rahmen der zwischenzeitlich begonnenen Hauptuntersuchung, d.h. der eingehenderen Betrachtung der Machbarkeit, wurde deutlich, dass aus Gründen des Artenschutzes für die Fledermausart „Großer Abendsegler“ mindestens ein altes Widerlager erhalten werden muss. Das kann nach Rückbau der alten Levensauer Hochbrücke nur durch aufwendige Sicherrungen gewährleistet werden.
Des Weiteren ergaben statische Nachrechnungen, dass die Gründung und Dammschüttung einer neuen Brücke zwischen den vorhandenen Brücken erhebliche Setzungsprobleme mit sich bringt.
Es wurde daher als weitere Lösungsidee überprüft, ob der Ersatzneubau in der vorhandenen Trasse und Nutzung eines für diese Zwecke ertüchtigten Widerlagers und unter Weiternutzung der vorhandenen Dämme möglich ist.
Es hat sich im Rahmen der angestellten Untersuchungen und Berechnungen gezeigt, dass diese Variante die eleganteste Lösung für eine Reihe von Randbedingungen darstellt:
- Erhalt des Widerlagers Süd inklusive Ertüchtigung hinsichtlich sowohl des Fledermaushabitats als auch der Lebensdauer dieses Bauwerksteils.
- Nutzung der Kosten für die Sicherung des alten Bauwerks durch Nutzung des Widerlagers für die neue Brücke.
- Vermeidung von Setzungen in der B76 – Brücke durch Vermeidung neuer Dammschüttungen.
- Vermeidung von Setzungen bzw. Gefährdungen für die B 76 – Brücke infolge großer Baugruben für die Gründung der neuen Brücke.
- Vermeidung von kostenträchtigen Baugruben für Widerlager und Pfeilergründungen einer neuen Brücke.
- Erhalt der Trasse für die Bahngleise und damit Gewährleistung der von der Bahn gewünschten Bemessungsgeschwindigkeit.
- Möglichkeit zur Errichtung eines deutlich kürzeren und dadurch kostengünstigeren Überbaus.
- Nutzung der alten Levensauer Hochbrücke als Baubehelf für den Einschub des neuen Überbaus.
- Nutzung des neuen Überbaus als Baubehelf für den Abbau der alten Levensauer Hochbrücke.
Sowohl die Nutzung der alten Brücke als Baubehelf für den Einschub des neuen Überbaus als auch die Nutzung des ertüchtigten Widerlagers Süd erfordern eine weitere Optimierung des neuen Überbaus hinsichtlich des Gewichtes. So ist die Netzbogenkonstruktion im Vergleich zu anderen denkbaren Überbauten die leichteste Bauweise. Aus statischen Gründen ergibt sich also eine Formvorgabe für die äußere Erscheinung der neuen Brücke. Für die dezidierte Ausgestaltung eine wird „Gestalterische Beratung und Begleitung“ herangezogen.
Die Planungsleistung für die Verkehrswege Schiene, Straße sowie Geh- und Radwege wurde an ein durch die DB AG präqualifiziertes Ingenieurbüro vergeben.
Die Bearbeitung der Entwurfsplanung des Brückenbauwerkes inklusive gestalterischer Beratung wird im Wege des Wettbewerbs nach der Verdingungsordnung für Freiberufliche Leistungen vergeben. Die Ausschreibung dazu befindet sich in Vorbereitung.
